So bekommst du die Bilderflut in den Griff

Motiviert und unbekümmert halten wir täglich Eindrücke in Bildern fest. Digitale Spiegelreflexkameras waren noch nie leichter zu bedienen, so dass mittlerweile auch Foto-Amateuren gute Bilder damit gelingen. Das Smartphone lockt mit immer besseren integrierten Kameras und Bildbearbeitungs-Tools, um noch mehr aus unseren Schnappschüssen herauszuholen. Auf den optimistischen Knips-Eifer erfolgt das grosse Erwachen. Tausende Bilder füllen unsere Speicher und bleiben dort unberührt liegen.

Bild Fotolia © Carmen Steiner

8 Tipps für einen anderen Umgang mit deinen Bildern

  • TIPP 1: Zuerst denken - dann handeln

    Überlege vor dem Abdrücken, wie du das Bild später verwenden willst. Fällt dir dazu spontan nichts ein, dann geniesse den Anblick des Sonnenuntergangs und lasse die Kamera in der Tasche. Denn einmal geknipst, wirst du dieses Bild nicht so schnell wieder löschen. Es bleibt vorerst im Speicher liegen, in guter Absicht, später die notwendige Aussortierung vorzunehmen. Meistens bleibt es bei dieser Absicht.

  • Tipp 2: Ran ans Ausmisten

    Nimm dir maximal eine Woche nach dem Erstellen der Bilder Zeit um auszumisten. So verhinderst du, dass deine Bildersammlung Dimensionen annimmt, die du eines Tages nicht mehr bewältigen kannst. Oft sind maximal 10% der gemachten Bilder wirklich brauchbar. Schlummern also 10‘000 Bilder auf deinem Speicher, dann wären das auf einmal nur noch 1000 Bilder. Und diese Menge lässt sich weitaus besser überblicken.

    Weisst du wie gross deine Bildersammlung ist?

  • Tipp 3: Speichermedien haben ein Ablaufdatum

    Unsere Datenträger haben zwar immer höhere Speicherkapazitäten, sind aber leider nicht unendlich lange haltbar. Datenverlust, Viren, Geräteverschleiss, Magnetismus u.v.m. sorgen dafür, dass die Haltbarkeit auf digitalen Datenträgern auf maximal 30 Jahre beschränkt ist. Blue-Ray gibt zwar eine Lebensdauer von 50-100 Jahren an, aber wer sagt uns denn, ob es Abspielgeräte für Blue-Ray in 50 Jahren noch gibt! Am Beispiel von Disketten sehen wir, wie schnelllebig alles ist. Diskettenlaufwerke existieren kaum mehr und neuere Laptops verzichten bereits heute auf CD- oder DVD-Laufwerke.

    Wenn du deine Bilder ein Leben lang sicher aufbewahren möchtest, setzte auf das gedruckte Bild! Denn gutes Papier überdauert bislang jeden digitalen Datenträger. Und unter uns gesagt, schaust du dir nicht auch gerne wieder einmal ein schönes Fotobuch an?

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  • TIPP 4: Lagere deine Bilder aus in eine Cloud

    Möchtest du von überall aus Zugang zu deinen Bildern haben, dann speichere sie in einer Cloud – einem Speicherplatz im Internet. Hier lagern deine Bilderdaten nicht auf physischen Speichermedien wie Festplatten oder USB Sticks, sondern auf riesigen Servern beim jeweiligen Cloud-Anbieter. Einzige Voraussetzung dazu, du benötigst einen Internetzugang. Je nach Anbieter erhältst du zwischen 2GB und 15GB Gratisspeicher. Brauchst du mehr für deine Sammlung, dann lohnt sich ein Jahresabo. Wenn du deine Bildersammlung zuvor aussortiert hast, dann kannst du schnell einmal Kosten sparen.

    Du möchtest deine Bilderdaten nicht nur extern verwalten lassen, dann empfehle ich dir, die Cloud wenigstens als externes Backup zu benutzen. Denn falls deine Festplatte zu Hause aus irgendwelchen Gründen schlapp macht, kannst du beruhigt auf deine Cloud zurückgreifen. Der Verlust einer Bilderdatenbank kann ein grosser persönlicher Rückschlag bedeuten. Denn mit den Bildern gehen auch eingehende Erinnerungen verloren, spezielle Momenten in der Kindheit, einmalige Reiseerinnerungen oder Erlebnisse mit der Familie und den Freunden.

    Es gibt eine grosse Auswahl an Cloud-Anbietern auf dem Markt. Auf jedenfall lohnt es sich zu vergleichen, nicht nur bezüglich Speichergrösse und Kosten, sondern auch bezüglich Benutzerfreundlichkeit. Diese Anbieter gehören zu den beliebtesten:
    Dropbox, iCloud, Adobe Creative Cloud, Google Drive, Microsoft OneDrive

  • Tipp 5: Stelle deine Bilder ins Web

    Die meisten Bilder werden heute zudem nicht mehr für die eigene Sammlung geknipst, sondern für eine grosse Community: Facebook, Instagram,  Snapchat, FlickrTumblr haben bezüglich Fotouploads täglich Hochbetrieb.

    Wurden im 2008 noch 19 Millionen Bilder auf Soziale Netzwerke hochgeladen, waren es 2014 bereits 1800 Millionen. Ein Rückgang ist nicht zu erwarten, im Gegenteil. Die neue Generation von Digital Natives ist mit dem Hochladen von Bildern nicht nur viel schneller sondern auch freizügiger geworden.

    Mit dem Hochladen von Bildern auf Soziale Netzwerke, gibst du dem Anbieter aber gleichzeitig auch die Genehmigung, diese Bilder uneingeschränkt weiter zu nutzen. In ihren Verträgen mit den Usern haben Facebook und Co. vorgesorgt! Sind wir gespannt, wie zukünftig die Weiterverwendung der täglich nur auf Facbook hochgeladenen 350 Millionen Bildern aussehen wird.

  • Tipp 6: Deine eigene Bilder-Website

    Erstelle eine eigene Bilder-Website für deine Fotosammlung. Damit bist du jederzeit Herr über deine Bilderdatenbank. Du entscheidest darin frei, welche Bilder öffentlich einsehbar sind und welche du nur deinen Freunden mit einem Link zugänglich machst. Mit schönen Gallerys und Slideshows wird das Betrachten deiner Erinnerungen zu einem Erlebnis. Vielleicht integrierst du zusätzlich einen Blog in deiner Website, ein virtuelles Tagebuch, in welchem du deine Bilder lebendig werden lässt. Auch das chronoligische Sortieren der Bilder hat sich damit für dich erledigt.

    Auf deiner Bilder-Website kannst du eine Bildersammlung integrieren, die nur für dich zugänglich ist. Denn alle Bilder sind womöglich nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Um deine ganz privaten Bilder dann mit deinen engsten Freunden oder mit deiner Familie zu teilen, gibst du ihnen einen Zugangs-Link.

    Meine Empfehlung für gute Blogsoftware: WordPress

  • Tipp 7: Verdiene Geld mit deinen Bildern

    Vielleicht hast du nichts dagegen, ein bisschen dazu zu verdienen? Es gibt heute unzählige Fotoagenturen, auf denen du deine gelungenen Bilder zum Verkauf anbieten kannst. Vielleicht siehst du ja schon bald eines deiner Bilder in einer Werbekampagne.

    Eine Übersicht über die bekanntesten Fotoagenturen:

    30 Stock-Foto-Agenturen einer Übersicht

  • Tipp 8: Das gute alte Fotobuch

    Möchtest du die ganz spezielle Momente in deinem Leben festhalten, eignet sich dazu das bewährte Fotobuch immer noch am Besten. Ereignisse an die du dich noch lange erinnern willst, kommen in gedruckter Form viel intensiver zur Geltung. Solche Bilder haben es verdient, einen besonderen Platz zu erhalten. Das Erlebte wird gewissermassen nochmals spürbar gemacht, indem du es in deinen Händen hältst. Wenn du nicht an der Qualität deines Fotobuches sparst, wirst du ein Leben lang daran Freude haben.

    Du kannst in einem Fotobuch deine letzte Reise zusammenfassen, einen Jahresrückblick gestalten, ein Buch von deinem Kind oder deinem Haustier erstellen. Möglichkeiten gibt es genug. Oder verschenke es und mache damit Freunden und deiner Familie eine grosse Freude.

    Fotobücher lassen sich mit kostenloser Software sehr schnell und einfach erstellen.

    Meine Empfehlung für Online-Fotobücher: www.ifolor.ch

10 Geschichten rund um das Foto und die grosse Bilderflut

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AlteKamera_Fotolia_chamillew

Faszination Fotografie

Vor bald 200 Jahren wurde das erste Foto geknipst. Seit da hat sich einiges verändert. Nur wenige wissen noch wie Rollfilm-, Balgen- oder Kleinbildkameras aussehen, geschweige denn, wie sie funktionieren. Aber eines ist trotz der enormen technischen Entwicklung erhalten geblieben: Die Faszination, den Moment in einem Bild festzuhalten.

Bild Fotolia © chamillew

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Asiaten_Fotolia_-leungchopan

Knipsen was das Zeug hält

Einst schmunzelten wir über asiatische Touristen. Alles erdenkliche und nicht zuletzt sich selbst fotografierten sie auf Ihrer Durchgangsreise durch die Schweiz. An diesem Verhalten hat sich bis heute kaum etwas verändert. Nur unser Schmunzeln ist mittlerweile etwas verblasst, denn wir eifern diesem Verhalten wacker nach!

Bild Fotolia © leungchopan

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Digital_Fotografieren_Fotolia_goodluz

Die Digitale Fotografie – Fluch oder Segen?

Mit einer analogen Kamera überlegten wir uns gut, ob sich das Drücken auf den Auslöser auch wirklich lohnt. Die Abzüge waren teuer und das Resultat erst Tage bis Wochen später zu sehen. Heute knipsen wir nach Lust und Laune, oft gleich als Bilderserie und ohne lange zu überlegen, wofür die Bilder später verwendet werden.

Bild Fotolia © goodluz

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Foto_Smartphone_Fotolia_vvoe

Gelegenheit macht Fotos

Seit das Smartphone unseren Alltag mitbestimmt, ist stets auch die integrierte Kamera mit dabei. Das Handy nur zum Telefonieren und zum Surfen im Internet zu benutzen wäre doch schade. Zu viele Gelegenheiten erscheinen uns täglich vor der Linse.

Bild Fotolia © vvoe

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Selfie_Fotolia_Rasulov

Selfies – voll im Trend

Der Trend zur Selbstdarstellung überschwemmt die sozialen Plattformen. Das Internet ist voll mit Ratschlägen für den perfekten Einsatz von Selfies: Das perfekte Selbstportrait, Selfie-Marketing,  Selfie-Lottery u.a.m.

Bild Fotolia © Rasulov

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Foto_zeigen_Fotolia_Syda_Productions

Ich zeig dir mein Foto

Vorbei sind die gemütlichen Abende, wo Freunde eingeladen wurden um auf der Leinwand die Dias seiner vergangenen Reise zu präsentieren. Die meisten Bilder werden einander auf dem Smartphone vorgeführt. Dabei wären doch die teils gigantischen TV Bildschirmen in manchen Wohnzimmern vor allem ihrer Grösse wegen geeigneter.

Bild Fotolia © Syda Productions

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Fotosammlung_Fotolia_John_Smith

Alte Fotosammlungen

Eine Box mit alten Fotoabzügen schlummert in so manchen Schränken und Kellern. Die wiederkehrenden Vorsätze, diese nun schlussendlich doch noch in ein Fotoalbum einzukleben, werden wohl auch in Zukunft Vorsätze bleiben.

Bild Fotolia © John Smith

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Speichermedien_Fotolia_M_Schuppich

Die digitalen Speichermedien

Weltweit warten Milliarden von Fotos auf Speichermedien darauf, in irgend einer Form verwendet, archiviert, verschickt oder im Web publiziert zu werden. Kaum einer realisiert, wie viele digitale Bilder bei sich zu Hause auf Speichermedien verharren. Wissen Sie es?

Bild Fotolia © M. Schuppich

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Facebook erhält ihre Bilder
Soziale Netzwerke leben vor allem von unseren Bildern, die wir dort zur Verfügung stellen. Allein auf Facebook werden pro Tag 350 Millionen Fotos hochgeladen. Und mit jedem Upload übertragen sie Facebook die Lizenz, ihre Bilder weiterzuverwenden.

Bild Fotolia ©

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Grosse  Wachstumszahlen bei Bildern

Wie viele Fotos täglich gemacht werden, lässt sich heute kaum in genauen Zahlen ausdrücken. Nach Schätzungen sollen es dieses Jahr 4 Billionen werden. Seit der Entstehung des ersten Bildes im Jahre 1826 haben sich 3.3 Trillionen Bilder weltweit angesammelt. Die Wachstumskurve wird auch in Zukunft steil nach oben führen.

Bild Fotolia © Carmen Steiner

Welches ist deine persönliche Strategie, um mit der digitalen Bilderflut umzugehen? Diskutiere mit und teile deine Ideen im Kommentarfeld?

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